MYOG: Dosenkocher selber bauen

von | 11.05.2014 | 0 Kommentare

Zurück von der Wandertour im Odenwald war ich um die Erkenntnis reicher, dass ein kleiner Kocher für das Käffchen zwischendurch schon eine nette Sache wäre. Ich hatte mir schon ein paar Gaskocher angeschaut, bin zuletzt aber doch immer wieder in Richtung Spiritus- / Alkohol-Kocher oder Hobo für Holzfeuer tendiert. Gerade die Kombination eines leichten Hobos, wie z.B. der Bushbox von Bushcraft Essentials, mit einem Spirituskocher (z.B. hier), erscheint mir eine sehr gute und flexible Kombination.

Dank meines neuen Chromcasts von Google habe ich mich die letzten Tage intensiver mit diversen Youtube-Videos über unseren TV im Wohnzimmer auseinander gesetzt. Das Schauen solcher Videos macht auf dem Smart-TV deutlich mehr Spaß als auf dem Smartphone. Und das schöne ist: Es gibt auf Youtube zahlreiche recht coole Anleitungen, wie man einen Spirituskocher recht einfach aus Dosen selbst bauen kann (hier gibt es die Anleitungen). Also wozu etwas kaufen, wenn man es auch selbst herstellen kann. Zumindest wollte ich es mal versuchen. Kaufen kann ich dann immer noch.

Gesagt getan: Ich baue mir einen Dosenkocher

Nachdem ich mir die eine oder andere Videoanleitung angeschaut habe, sollte es also kein Problem sein, so einen Dosenkocher selbst zu bauen. Ich bin also schnell an die Tanke gefahren und habe 2 Dosen Cola gekauft. Kostenpunkt: 2,50 €. Tankstellenpreis eben, daher ist das Material etwas teurer. Dann habe ich in der einen Dose mit einem Nagel kleine Löcher in den äußeren Dosenrand geschlagen und mit dem Cutter den Boden herausgetrennt. Um einen geraden Schnittverlauf zu erhalten, wurde die Schnittkante mit einem Folienstift markiert. Das geht am besten mit einem kleinen Kantholz, das etwa das passende Maß hat (hier ca. 3,5 cm). Also Bodenteil und Deckel (aus der anderen Dose) herausgeschnitten und einen Streifen Blech für das Inlay aus einer der Dosenwände geschnitten. Das Inlay wird dann in die Vertiefung des Bodens eingepasst und der Deckel passgenau darübergestülpt. Das ganze dann mit einem Brett noch zusammengedrückt. Fertig ist der Dosenkocher. Zum Schluss bekam er noch eine optische Aufbereitung mit Ofenrohrlack, aber das muss natürlich nicht zwingend sein.

Der Kocher sah an sich ganz ordentlich aus. Wie in den Youtube-Videos. Blieb nur die Frage, ob er auch funktioniert. Dazu habe ich dann meinen kleinen Edelstahlkochtopf genommen und mit 4 Tassen Wasser gefüllt (~ 0,8 Liter). Den Topf dann auf zwei Keramikhülsen aus Heikes Brennofen gestellt – einen besseren Ständer hatte ich nicht griffbereit. Und dann tickte die Uhr. Nach 10 Minuten hat das Wasser endlich angefangen zu kochen. Das ist etwas zu lang für meinen Geschmack. Oder anders gesagt: Der Spiritusverbrauch ist damit sicher noch etwas zu hoch. Aber für einen ersten Test war das doch gar nicht so schlecht.

Hier noch kurz die Spezifikationen meines Dosenkochers:

  • Material: Weißblech
  • Gewicht: 19 g
  • Abmessungen: 5,5 x 4 cm
  • Herstellungszeit: ~ 30 Minuten
  • Preis: 2,50 €

Wie der Kocher funktioniert kann man in dem kurzen Video sehen.