Wildniswandern im Oberen Donautal. Mein Erlebnisbericht.

von | 31.08.2014 | 2 Kommentare

Im Mai 2013 nahm ich an meiner ersten Wildniswanderung teil. Die Wanderung fand im Oberen Donautal statt, also in Deutschland, was man gemeinhin nicht unbedingt mit „Wildnis“ verbindet. Zumindest nicht, wenn man mit „Wildnis“ eher „Survival“ verbindet und nicht das „Draußen sein in der Natur“. Dennoch war es eine sehr interessante Erfahrung abseits gewohnter Wege, ohne feste Unterkunft über mehrere Tage mit Rucksack unterwegs zu sein. Da ich bisher nur Tagestrips mit leichtem Gepäck unternommen hatte, war ich sehr gespannt, wie ich mich hinterher fühlen würde. Soviel möchte ich vorweg verraten: Ich würde es jederzeit wieder tun!

Wildniswandern und meine Motivation dafür

Ich bin ganz ehrlich: Einer der Gründe, weshalb ich mich für meine erste Wanderung angemeldet habe war ein Ergebnis beim „Ego-Googeln“. Bei der Suche nach meinem Namen bin ich auf meinen Namensvetter Matthias Blaß gestoßen. Matthias ist Gründer und Inhaber der Firma „Wildniswandern“. Und da ich mich für Outdoorthemen interessiere und es total spannend fand jemanden kennenzulernen, der den gleichen Namen hat UND auch noch ein solches Thema begleitet, war es irgendwie naheliegend, sich das Angebot einmal genauer anzuschauen. Matthias bietet mit seinem Team seit mehreren Jahren unterschiedliche Touren in Deutschland oder dem Ausland an. Das Repertoire reicht dabei von kurzen 3-Tagestouren in Deutschland bis zu längeren Trips in Afrika oder Kanada. Da ist für jeden etwas dabei. Als gebürtiger Heidelberger wollte ich eigentlich zunächst an der Odenwald-Wanderung teilnehmen, da ich die Gegend aus Jugendtagen zumindest etwas kenne. Leider war diese Tour immer recht schnell ausgebucht. Und da ich eine Tour buchen wollte, die Matthias selbst begleitet, habe ich mich dann für die 4-Tagestour ins Obere Donautal entschieden. Ein weiterer Grund, weshalb ich gerne einmal eine solche Wanderung machen wollte ist der Traum, einmal eine mehrtägige Trekkingtour in Skandinavien zu unternehmen. Bisher bin ich an diesen Traum immer sehr naiv herangegangen: Tour planen, Ausrüstung in den Rucksack packen und loswandern. Nach der Erfahrung mit der Windniswanderung betrachte ich das Thema Mehrtagestour etwas geläuterter. Daher bin ich heute sehr froh, diese tolle Erfahrung gemacht zu haben, die ich auf keinen Fall missen möchte. Und jedem „Trekking-Neuling“ kann ich das echt ans Herz legen, denn man lernt auf solchen Trips viel über sich und seine eigene (Leidens)Fähigkeit – und erspart sich vielleicht eine herbe Enttäuschung, wenn man gleich auf große Reise geht.

Was ist eigentlich Wildniswandern?

„Wir streifen auf kleinen Pfaden umher oder gehen unserer Neugierde nach querfeldein, folgen Wildwechseln, Bachläufen und Hügelketten. Unterkünfte oder Einkaufsmöglichkeiten gibt es dort nicht. Wir übernachten einfach im Schlafsack unter freiem Himmel, wenn nötig werden Regendächer (‚Tarps‘) zwischen Bäumen aufgespannt. Effektive Lebensmittel nehmen wir ausreichend mit, trinken werden wir Quellwasser.“ (Zitat Wildniswandern.de)

Nun bin ich zwar kein Extrem-Backpacker oder Survial-Freak, aber dennoch nicht ganz unbeleckt, was das Thema Outdoor betrifft. Von der ersten Radtour mit 16 Jahren über rund 700 km durch Süddeutschland, über einen Motorrad-Trip nach Südfrankreich, bei dem wir fast nur im Freien genächtigt haben bis hin zum Wintercamping bei – 15°C, habe ich schon einiges draußen erlebt. Aber eben noch keine Mehrtagestour mit Rucksack und ohne Zelt. Daher fand ich es total spannend, mich auf dieses Experiment einzulassen – 4 Tage ohne festes Dach über dem Kopf, ohne die morgendliche heiße Dusche und mit allem was man braucht im eigenen Rucksack. Eben der Natur oder der Wildnis einmal total ausgesetzt zu sein. Aber hier schränkt sich dann das Thema „Wildnis“ auch gleich wieder ein. In Deutschland ist Wildnis relativ. Man findet immer irgendwo Zivilisation, wenn man nur lange genug in eine Richtung läuft. Das Risiko ist also durchaus überschaubar. Nichts desto trotz wird man vor besondere Herausforderungen gestellt, die man meistern muss. Und in den vier Tagen habe ich gelernt, wie unterschiedlich jeder Mensch mit solchen Herausforderungen umgehen will oder kann. Sei es die Tatsache, dass man im Wald nun mal kein WC mit Keramikschüssel hat, oder wie man seine sieben Sachen trocken hält, wenn es nahezu die ganze Zeit von morgens bis abends regnet. Und gerade der Regen schlägt ganz schön auf die Motivation ein.

Wildniswandern – die Vorbereitung

Nachdem ich mich angemeldet und auch die Zusage bekommen hatte – ich fand den Gedanken immer amüsant, dass die Mitarbeiter von Matthias meine Anmeldung sicher für Mystery-Shopping halten mussten – ging es an die Vorbereitung. Die Teilnehmer erhalten umfangreiche Informationen, mit denen man sich sehr gut auf die jeweilige Wanderung vorbereiten kann. Von Hinweisen zur richtigen Kleidung, über die Verpflegung bis hin zu Informationen, wie man alles am besten in den Rucksack packt. Apropos packen. Dieses Thema habe ich ziemlich unterschätzt. Bei meinen bisherigen Mehrtagestouren konnte ich die Last immer auf einem Rad oder im Kanu verteilen. Da kommt es auf das eine oder andere Kilogramm nicht an. Das sieht aber gleich ganz anders aus, wenn man das Gepäck selbst auf dem Rücken tragen muss – und das nicht nur mal schnell vom Zug zum Flieger, sondern über mehrere Stunden am Tag. Wenn man vom Veranstalter hier Tipps bekommt, lohnt es sich, diese wirklich zu befolgen. Und im Zweifel ist hier manchmal weniger echt mehr. Und noch ein Tipp, den man immer wieder liest: Ein zu großer Rucksack wird auch prall gefüllt und damit schwer! Ich hatte nur einen alten 70 Liter Rucksack von Jack Wolfskin, den ich mir von 15 Jahren für einen Trip in die USA als Kofferersatz gekauft hatte. Der musste erst einmal ausreichen. In den wurde dann alles gepackt, was ich glaubte mitnehmen zu müssen. Neben der 3-fachen Sicherheit an Kleidung, also lieber zwei statt nur einem Wechselshirt, wollte ich natürlich auch ein Fernglas, den Leatherman, einen Akkupack für das Smartphone und ausreichend Essen mitnehmen. Und so bin ich neben „den großen Drei“ (Rucksack 3kg, Kunstfaser-Schlafsack 1,1 kg, Therma-Rest 0,9 kg) und dem ganzen Rest schnell auf ein Gesamtgewicht von beinahe 17 kg gekommen. Für gerade einmal drei Nächte! Dazu kam dann noch ein Teil der Gruppenausrüstung (Tarps, Kocher, Töpfe, Wasserfilter) die zum Start unter allen aufgeteilt wurden. Mein Rücken erfreute sich zum Start dann über nahezu 18 Kilogramm, die ich bereits nach wenigen Kilometern deutlich zu spüren bekam.

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Matthias bei der Verteilung der Gruppenausrüstung

Wildniswandern bedeutet, dass man (bei gutem Wetter) unter freiem Himmel übernachtet. Für schlechtes Wetter hat man ein Tarp dabei, also nur eine Zeltplane. Denn in Deutschland ist „wildes Zelten“ in freier Wildbahn eigentlich nicht erlaubt. Biwakieren dagegen wird zumeist geduldet. Des Weiteren wird entweder über offenem Feuer gekocht – wo dies erlaubt ist – oder mit Gas- oder Spirituskochern. Das bedeutet, dass ein solche Tour so geplant werden muss, dass man auch passende Lagerstellen findet. Aber dafür bucht man ja eine begleitete Tour. Eine weitere Herausforderung ist die Versorgung mit Trinkwasser, denn auch hier versucht man sich die Natur zu Hilfe zu nehmen. Zu Beginn hatte ich mich noch gewundert als Matthias die klare Ansage machte, dass jeder mindestens drei Liter Wasser zum Start mitnehmen müsste. Als er aber dann erläuterte, dass wir erst am nächsten Tag zur Mittagszeit an einer Quelle vorbeikommen würden, klang das nicht mehr so unbegründet. Denn man unterschätzt leicht, dass man seinen Trinkwasservorrat nicht nur zum Trinken benötigt. Man braucht das Wasser auch zum Kochen, Zähneputzen, einen heißen Tee am Abend oder einen Kaffee zum Frühstück, für das Milchpulver im Müsli, etc. Da klingen drei Liter für 24 Stunden dann nicht mehr ganz so viel. Ich persönlich habe daraus für künftige Trips gelernt, lieber weniger Essen und dafür mehr Wasser mitzunehmen. Denn ich hatte nur eine Kapazität für 2,75 Liter über einen Wassersack und meine Trinkflasche.

Das Obere Donautal – Traumkulisse zum Wandern

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren und sich die Gruppe aus 15Leuten etwas beschnuppert hatte, ging es am Donnerstag Nachmittag gegen 15 Uhr endlich los. Das Ziel für das erste Camp war die Burgruine Kallenberg oberhalb der Donau an der wir gegen 17:30 Uhr ankamen. Der erste Teil der Wanderung war also noch sehr human. Allerdings fing es bereits nach wenigen Metern an zu nieseln. Im Camp bekamen wir gleich die ersten beiden Aufgaben für den Abend. Auswahl eines passenden Schlafplatzes und Sammeln von Feuerholz. Schließlich wollten wir am ersten Abend Grillen. Sven – ein Mitwanderer aus der Nähe von Freiburg – und ich hatten uns während des Laufens schon zu einem „Zweier-Team“ zusammengetan. Wir fanden auch ein relativ ebenes Plätzchen für unser Tarp, das mit Svens Wanderstöcken und ein paar Heringen schnell aufgestellt war. Ich war echt gespannt auf die erste Nacht unter dem Tarp. Denn im Gegensatz zu einem Zelt, fehlen hier Boden und Seitenwände. Man hat also nur ein Dach über dem Kopf und muss sich dementsprechend gleich beim Aufbau Gedanken zur Windrichtung – und in unserem Fall – einfallendem Regen machen. Das Sammeln trockenen Materials erwies sich als durchaus machbar. Denn obwohl es bereits Tage zuvor immer wieder geregnet hatte, gab es ausreichend Zunder aus trockenem Gras und dünnen Zweigen sowie dickerem Brennholz. Matthias hatte die Teilnehmer in drei Teams eingeteilt, von denen jedes genau ein Streichholz bekam, um „sein“ Feuer zu entfachen. Nach einer kleinen Einweisung sollte jedes Team sein Feuer-Tipi bauen und sein Glück versuchen. Da in jedem Team mindestens eine Person war, die schon einmal ein Lagerfeuer entfacht hat, gab es keine Totalausfälle. Und so hatten wir wenige Minuten später ein feines Lagerfeuer und konnten unser Abendessen am offenen Feuer zubereiten. Obwohl wir am ersten Abend eine große Plane über Camp und Feuerstelle gespannt hatten, blieb es trocken und wir konnten die traumhafte Aussicht von oben auf das Donautal genießen. Die Donau entspringt in dieser Region, daher handelt es sich noch nicht um die für die Schifffahrt optimierte Wasserstraße, sondern um einen wildromantischen Fluss in tiefen Kalksteinschluchten.

Und dann kam der Regen

Wer sich wage an den Juni 2013 erinnern kann, der erinnert sich vielleicht auch an das schlimme Hochwasser in Passau und anderen Donaustädten zu dieser Zeit. Denn das Hochwasser kam genau mit dem Regen, der uns ab der ersten Nacht nicht mehr verlassen sollte. Beste Voraussetzungen für eine Wildniswanderung. In der Nacht bin ich dann auch das erste Mal aufgewacht, als es anfing zu stürmen und sich einer unserer Heringe löste und damit auch das sichere Dach. Am nächsten Morgen zum Frühstück wussten wir die Plane über dem Feuer zu schätzen, denn so konnten wir uns bei mittlerweile ordentlichem Dauerregen am Feuer wärmen und einen heißen Kaffee genießen. Die Aussicht auf den ersten vollständigen Wandertag im Regen trug nicht wirklich zur Motivation aller bei. Zwei Mädels haben uns auch am Nachmittag in einem Ort verlassen, den wir kurz durchquerten, da die erste Nacht im Regen und die nicht weniger anspruchsvolle Wanderung wohl doch etwas zu viel waren. Wir anderen haben uns tapfer geschlagen, denn die Stimmung blieb trotz der widrigen Umstände sehr gut. Aber auch ich hatte bereits nach den ersten Kilometern gemerkt, dass mein Rucksack ganz schön schwer war und ich nicht „einfach nur so vor mich hinwandern“ konnte. Ich hatte mich auf schlechtes Wetter eingestellt und neben den Goretex-Wanderstiefeln Regenjacke, Regenhose und Rucksackhülle eingepackt. Aber wasserdichte Regenkleidung hat einen großen Nachteil, wenn man den ganzen Tag darin unterwegs ist: Man schwitzt und wird von innen fast nässer als durch den Regen von außen. Bei Dauerregen gibt es noch ein wichtiges Detail, das man bedenken sollte: Schützt man den Rucksack nur mit einer Regenhülle, kommt es zwangsläufig zu Staunässe am Rücken, wenn das Regenwasser zwischen Rücken und Rucksack läuft. Und dieser Bereich ist nicht geschützt. Also sollte man entweder die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände im Rucksack wie Schlafsack und Ersatzkleidung wasserdicht verpacken oder gleich zu einem Poncho greifen. Einige der erfahreneren Teilnehmer hatten solche dabei und ich fand das sehr praktisch. Gegen 13 Uhr kamen wir an einer Außenstelle des Benediktinerklosters Beuronan, einer kleinen Gebetskapelle mit Brunnen. Hier hatten wir zum ersten Mal Gelegenheit, unsere Trinkwasservorräte wieder aufzufüllen. Allerdings mussten wir das Wasser filtern, da es kein deklariertes Trinkwasser war. Aber die Mittagspause konnte mit abwechselndem Filtern, etwas Essen und einer kurzen Ruhepause perfekt genutzt werden. Weiter ging es am Donauufer entlang bis wir am frühen Nachmittag an einer passenden Stelle ankamen, an der wir unser Camp direkt am Ufer aufschlagen konnten. Matthias erzählte uns, dass sich hier normalerweise eine tolle Stelle für ein erfrischendes Bad anbietet. Aber die hochwassergefüllte, brauen Donau lud weder zum Baden noch zum Frisch machen ein. Darauf hatte ich eigentlich gehofft und extra meine Bio-Seife mitgenommen. Beim Anblick der braunen Brühe verging mir allerdings die Lust auf ein Bad. An diesem Abend stand „Tütenfutter“ auf dem Plan. Es gab verschiedene Trekkingnahrung, die einfach nur mit heißem Wasser in der Tüte aufgefüllt werden musste. Auf Tour geht aus hauptsächlich um die Zufuhr verbrauchter Kalorien und Wärme für den in unserem Fall ausgekühlten Körper. Aber die Trekkingnahrung, die es mittlerweile gibt, schmeckt durchaus sehr gut. Der Vorteil dieser Trockennahrung ist das geringe Gewicht im Rucksack und die einfache Zubereitung mit heißem Wasser.

Regen, Regen, Regen

Auch die zweite Nacht war verregnet, aber wenigstens ohne stärkeren Wind. Wie stark es aber geregnet hatte bzw. wie dauerhaft, konnten wir am nächsten Morgen am Wasserpegel der Donau sehen. Wo am Vorabend noch gut 50 cm Böschung bis zur Wasseroberfläche war, stand die Donau nun fast an der Uferkante. Zum Frühstück gab es wieder leckeres Müsli und heißen Kaffee. Alles was das Wanderherz zum Wachwerden benötigt. Nachdem alle ihr Lager abgebaut und die Rucksäcke wieder gepackt hatten ging es weiter. Teilweise parallel zum Donau-Radwanderweg. Das Schöne bei den Touren von Wildniswandern ist, dass es nicht nur um das reine Wandern geht. Matthias und seine Leute versuchen den Teilnehmern auch die Natur näherzubringen. So gab es unterwegs immer wieder interessante Lehrstunden zu Flora und Fauna. Auch wenn man wie ich auf dem Land aufgewachsen ist kann man doch immer wieder neues dazulernen. Manchmal sollten wir einfach nur eine halbe Stunde in Stille wandern und die Umgebung auf uns wirken lassen. In den vereinzelt sehr wilden Schluchten des Donautals konnte man dadurch perfekt entschleunigen und die Ruhe in sich aufsaugen. Hier hatte der Regen sogar seine Vorteile, denn selbst die Vögel verhielten sich die meiste Zeit still. Gegen Mittag kamen wir an der Jugendherberge in der Burg Wildenstein vorbei, wo wir erneut eine kurze Wasserpause einlegten, bevor es weiter in Richtung Abendcamp ging. Am dritten Abend war es schon deutlich schwieriger trockenes Feuerholz zu finden. Aber hier zeigte sich, dass es auch heterogene Gruppen, die sich vorher nicht kannten, schaffen in Teamarbeit tolles zu leisten. Schließlich hatten wir alle das gleiche Ziel: Ein warmes Feuer zum Kochen und Aufwärmen der kalten Knochen. Einige wollten auch ein paar Klamotten trocknen, denn nach zwei Tagen Dauerregen hatte kaum einer noch trockene Füße. Selbst Matthias war über den Dauerregen verwundert, da selbst er so etwas auf seinen Touren bisher nicht erlebt hatte.

Die Hoffnung stirbt zuletzt – Endlich Sonne

Obwohl es auch in der dritten Nacht durchgeregnet hatte war die Stimmung bei allen verhältnismäßig gut. Schließlich hatten wir uns mittlerweile mit dem Wetter abgefunden und machten das Beste daraus. Als Matthias nach dem Frühstück zur abschließenden Feedback-Runde aufrief und einer der Teilnehmer die mitgenommene Sonnenbrille als unnötigsten Ausrüstungsgegenstand (zumindest auf dieser Tour) identifizierte, riss tatsächlich der Himmel auf und die Sonne kam heraus. So konnten wir den letzten halben Tag gemütlich in der Sonne laufen und die Gemüter hellten sich sichtlich auf. Nach einer weiteren Session mit Fährten- und Pflanzenkunde kamen wir gegen Mittag am Zielan, um beim abschließenden Mittagessen in einem schönen Biergarten direkt an der Donau die vergangenen vier Tage Revue passieren zu lassen.

Lage und Tourendetails

Naturpark Oberes Donautal

  • Schwierigkeit 50% 50%
  • Steigungen 40% 40%
  • Befestigte Wege 50% 50%
  • Natur 100% 100%
  • Wandern 100% 100%

Fazit

Die Erwartungen an meine erste Wildniswanderung wurden mehr als erfüllt. Ich hatte trotz der widrigen Bedingungen sehr viel Spaß und fand auch die Truppe sehr entspannt. Zwar sind unterwegs insgesamt drei Teilnehmer ausgestiegen, dennoch ich fand es erstaunlich, wie gerade die suboptimalen Bedingungen eine solche Gruppe zusammenschweißen können. Man merkte weder den Altersunterschied (der jüngste Teilnehmer war gerade einmal 13 Jahre, der älteste 65) noch unterschiedlichste Wandererfahrungen. Alle haben sich gegenseitig unterstützt und motiviert und so blieb diese Wanderung sicher nicht nur mir in sehr guter Erinnerung. Zudem fand ich es total spannend mit Matthias Blaß einen interessanten Menschen kennenzulernen, der den gleichen Namen trägt wie ich selbst. Aber ich habe noch mehr für mich mitgenommen. Ich habe tatsächlich selten so gut geschlafen wie in den drei Nächten im luftigen Tarp bei Regen. Die frische Luft tat wirklich gut. Zudem habe ich mir fest vorgenommen, bei meiner nächsten Wanderung meine Ausrüstung zu optimieren. Zum einen bzgl. des Gewichts, zum anderen vielleicht hier und da tatsächlich in neue, praktikablere Ausrüstung zu investieren. Die wichtigste Erkenntnis war für mich ganz klar: Weniger Gewicht auf dem Rücken macht das Laufen leichter. Und lieber etwas weniger Essen, dafür mehr Trinkwasserkapazität in Gegenden, wo man nicht mal eben schnell Wasser nachfüllen kann. Wer wie ich den Traum einer längeren Trekking- oder Mehrtagestour hat, der sollte sich vielleicht bei Matthias Blaß und Wildniswandern melden. Denn die angebotenen Touren sind ein perfekter Einstieg, um sich und seine Fähigkeiten in einer kontrollierten Umgebung kennenzulernen. Die Tour im Oberen Donautal ging über vier Tage (drei Nächte) und insgesamt entspannte 37 Kilometer.