LED LENSER® H7.2 Stirnlampe – Neuauflage eines Klassikers im Test

von | 29.03.2014 | 0 Kommentare

Wenn ich im Winterhalbjahr abends nach der Arbeit Joggen oder Radfahren gehe, muss ich zwangsläufig Licht mitnehmen. Zum Joggen genügt in der Regel eine Stirnlampe. Zum Biken nehme ich zur Stirnlampe immer noch eine kleine Stablampe mit, die am Lenker fixiert wird. Dank der modernen LED-Technik ist die Lichtausbeute enorm und die Akkus bzw. Batterien halten auch für ein paar Touren durch. Die Stirnlampe ist natürlich flexibler und lässt auch mal „erleuchtete“ Seitenblicke zu. Je höher Leuchtkraft und Funktionsumfang einer solchen LED Stirnlampe sind, desto größer ist der Einsatzbereich. Für mich hört es hier nicht beim abendlichen Sport auf, sondern geht nahtlos zum Zelten, Wandern oder nächtlichen Kaminholz holen über. Da ist eine griffbereite Stirnlampe einfach super praktisch und lässt vor allem die Hände frei.

Als Nutzer, der die Vorteile einer solchen Kopflampe kennt, habe ich mich natürlich gefreut, als wieder eine Anfrage zu einem Produkttest von LED LENSER® kam. Ich konnte schon des öfteren Produkte der Firma Zweibrüder Optoelectronics testen und freue mich immer über die hohe Qualität. Dieses Mal ging es um die Neuauflage der LED LENSER® H7.2 Stirnlampe, von der seit 2009 bereits über 3 Millionen Exemplare verkauft wurden. Das Nachfolgermodell heisst dann konsequent H7.2 und wurde in vielen Details verbessert.

Wer noch mehr erfahren möchte findet hier die Produktseite der LED LENSER® H7.2 oder die LED LENSER® Facebook Fanpage.

Vergleich H7.2 Stirnlampe mit Vorgängermodell H7

Zunächst ein paar technische Fakten, bevor ich diese teilweise im Detail erläutere.

Herstellerangaben
FeatureH7.2H7
Lichtstrom min / max20 – 250 lm– 180 lm
Leuchtweite50 – 160 m– 140 m
Leuchtdauer min / max7 – 60 h– 85 h
Batterien / Akkus4 x AAA3 x AAA
SpritzwassergeschütztJa, IPX 4Nein
HalterungJa, KarabinerJa, Neopren-Gürteltasche
Lichtprogramme3 (Power, Low, Boost, Blinken)1
DimmbarJaJa
FokussierbarJaJa
Schwenkbar90°90°
KopfbandEntnehmbar, waschbarEntnehmbar, waschbar
Gewicht inkl. Batterien165 g115 g

Ein Blick auf die Daten zeigt, dass die H7.2 in fast allen Bereichen ordentlich an Funktionsumfang gewonnen hat. Ob die jeweiligen Änderungen als Verbesserung interpretiert werden, muss jeder Anwender selbst entscheiden. Spontan dachte ich beim Auspacken der H7, dass so ein Gürteltäschen eigentlich ganz praktisch ist. Aber andererseits hat man auf Tour eh schon etwas am Gürtel hängen (Kamera, Messer) und da würde ein weiteres Produkt eher stören. Andererseits ist der Karabiner der H7.2 hilfreich, weil man die Lampe damit griffbereit am Rücksack oder eben am Gürtel befestigen kann.

Durch die technische Erweiterung ist zwangsläufig auch das Gewicht etwas angestiegen. Wer aber nicht gerade als Ultraleicht-Trekker unterwegs ist, den werden die zusätzlichen 50 Gramm Gewicht kaum stören. Wichtiger sind verbesserte Leistungen wie eine höhere Lichtausbeute und durch den Einsatz der intelligenten Smart Light Technology (SLT) mehrere Lichtprogramme. Das höhere Gewicht kommt u.a. durch eine zusätzliche Batterie zustande.

LED LENSER® H7.2 Stirnlampe – Features im Detail

Batteriefach

Nach dem Auspacken  sieht die H7.2 erst einmal etwas klobig aus. Das kommt aber hauptsächlich durch das Batteriefach, das wie bereits erwähnt, jetzt 4 statt 3 Microbatterien (AAA) fast. Der Lampenkopf an sich ist so schlank, wie man es auch von anderen Modellen kennt. Das Batteriefach ist über 2 Laschen gesichert. Das macht das Handling für Ungeübte zwar etwas fummelig. Aber es hat einen Grund: Das Batteriefach hat zur Abdichtung eine Gummilippe. Und diese muss durch den Deckel entsprechend angedrückt werden, um gemäß IPX-Standard 4 dicht zu sein. Gab es bei der alten H7 nur einen Gummideckel, der über das Fach gestülpt wurde, macht das Batteriefach der H7.2 einen deutlich professionelleren Eindruck. Man braucht etwas mehr Kraft und Übung. Aber das Ergebnis überzeugt.

Was mich etwas irritiert hat, ist der seitlich am Fach angebrachte Micro-USB-Anschluss. Zunächst dachte ich an ein tolles Feature zum Aufladen von Akkus. Das wird jedoch in der Anleitung ausgeschlossen. Über den USB-Anschluss kann man eine externe Batterieeinheit als Zubehör anschließen. Leider habe ich dieses Zubehör nirgendwo auf der LED LENSER®-Website gefunden. Schade eigentlich. Wer aber eine aufladbare Stirnlampe gleichen Kalibers sucht, der kann die H7R.2 nehmen. Gleiche Lampe, nur eben mit Lithium Ionen Akku.

Lampenkopf

Der Lampenkopf ist wie beim Vorgängermodell auch schwenk- oder besser kippbar. Die Werksangabe spricht von 90°, was ich aber etwas geringer einschätzen würde. Durch diese Funktion kann man aber auch die Fläche direkt vor einem selbst sehr gut ausleuchten, ohne dabei den Kopf zu sehr nach unten verrenken zu müssen. Die Neigung ist übrigens in mehreren, rasterbaren Stufen möglich.

Ein weiteres Feature ist die Fokussierung. Dadurch kann der Leuchtstrahl von einer breiten Fläche auf einen kleinen Spot reduziert werden. Während man mit der breiten Einstellung eine größere Fläche bis etwa 50 Meter ausleuchten kann, reicht der schmale Spot eher in die Ferne und das bis zu 160 Metern (Idealwert bei Boost-Einstellung).

Musste man bei der H7 noch einen kleinen Hebel am Lampenkopf drehen, um die Fokuseinstellung vorzunehmen, so geht das bei der neuen H7.2 direkt mittels Fokusring an der Lampenstirnseite. Beim ersten Drehen, dachte ich, der Fokusring sei defekt – oder gar nicht vorhanden – denn das Drehen ging nicht. Erst nach einigen Versuchen drehte sich der Ring immer leichter. Das liegt wohl am Gleitfett, das erst einmal richtig verteilt werden muss. Einmal verteilt, flutscht es deutlich besser.

Lichtprogramme

Die H7.2 hat durch die SLT-Technologie Mikrocontroller-gesteuerte Lichtprogramme. So kann man über den Frontschalter und den Kombinierten Drück-/Drehschalter am Batteriefach zwischen unterschiedlichen Programmen und Funktionen wählen.

Die Einstellung der Lichtmodi erfolgt über das Drücken des Drehschalters am Batteriefach (Roter Knopf). Drückt man diesen nach einander mindestens 3 Sekunden, dann schaltet die Lampe in das jeweilige Programme (Low, Power, Pulse). Die Lampe quittiert die jeweilige Einstellung mit einem Blinken in der Anzahl der Programmnummer. Also 3 x Blinken für Programm 3 = Blinklichtfunktion. Durch drücken des Frontschalters am Lampenkopf kann man in den beiden Powermodi (Low / Power) jeweils wechseln. Je nachdem welcher Modus eingestellt ist, bewirkt das erneute Drücken die Aktivierung des anderen Modus.

  • An / Aus
  • Transportsicherung
  • Energiesparmodus (Low)
  • Normalmodus (Power)
  • Boostmodus (max. Helligkeit)
  • Blinklicht (Pulse)
  • Dimmen

Sehr bedienungsfreundlich ist die Dimmfunktion über den Drehschalter am Batteriefach. Mit diesem kann man die jeweilige Lichtstärke durch einfaches Drehen am Rad ändern. Die jeweils stärkste und schwächste Einstellung am Drehrad quittiert die Lampe durch kurzes Aufblinken. In der Blinkfunktion kann man durch Dimmen die Blinkfrequenz verändern. So kann man einfach zwischen einem langsamen Warnblinken oder einem Stroboblinken zum Schutz wechseln.

Wenn die Batterieleistung zur Neige geht, soll das die Lampe durch regelmäßiges Blinken melden. Leider hatte ich keine fast leeren Batterien zur Hand, so dass ich das nicht testen konnte.

Komfort

Wie eingangs beschrieben macht die Stirnlampe H7.2 zunächst einen etwas klobigen Eindruck. Durch die ergonomische, leicht konkave Form des Batteriefachs und das Polster am Lampenkopf trägt sie sich aber sehr angenehm. Das Kopfband ist abnehmbar und waschbar. Durch die flexible Längenverstellung des Bands passt es sowohl auf Quadratschädel wie meinen als auch auf schlankere Köpfe. Durch das dehnbare, gedrillte Kabel, ist auch die Stromzufuhr bei jedem Durchmesser – z.B. über dem Fahrradhelm – gewährleistet.

Ist die LED LENSER Stirnlampe H7.2 die perfekte Alltagslampe?

Perfekt ist immer so ein gern genommener Superlativ. Ob die Stirnlampe perfekt für den jeweiligen Nutzer ist, muss dieser selbst entscheiden. Ich selbst konnte mich von der Verbesserung des Produktes gegenüber dem Vorgängermodell überzeugen und finde diese auch größtenteils sehr gelungen. Gerade die Flexibilität durch die intelligente Lichtsteuerung über mehrere Lichtprogramme ist schon klasse. Denkt man an Taschenlampen älteren Jahrgangs, ging da ja nur Ein und Aus. Da bieten moderne Leuchtmittel schon einiges mehr. Im Vergleich zu der bereits von mir getesteten LED LENSER SEO® 7R, ist die H7.2 fast doppelt so schwer, deutlich heller und ausdauernder. Aber ich weiß für beide den jeweiligen passenden Einsatzbereich für den ich sie perfekt einsetzen kann.

Hinweis zu den Produkttests: Ich bekomme hin und wieder Anfragen von Unternehmen zu Produkttests. Sofern die Produkte zu mir und meinen Themengebieten passen, nehme ich solche Produkttests an. Dabei wird vereinbart, dass mir das Unternehmen das zu testende Produkt zusendet und nach dem Test kostenfrei überlässt. Im Gegenzug teste ich das Produkt im Rahmen meiner Möglichkeiten entweder zuhause oder auf einer passenden Tour. Ich lasse mir von den Unternehmen nicht diktieren, wie ich die Testartikel zu erstellen habe. Ich veröffentliche meine freie redaktionelle Meinung und in der Regel eigenes Foto- oder Videomaterial. Bei Fragen freue ich mich über eine Kontaktaufnahme.

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