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MiniCamper – Der Innenausbau

von | 15.12.2018 | 0 Kommentare

Holz aus dem Baumarkt

Nachdem ich wusste, wie der Ausbau aussehen soll, musste ich nur noch das Material besorgen. Die groben Zuschnitte hat der Baumarkt hergestellt. Das spart einiges an Arbeit und gerade bei den langen Schnitten wird das genauer als mit der Stichsäge. Zudem konnte ich bei meinen geplanten Abmessungen sehr gut auf die Standardplatten von 1.250 x 2.500 mm zurückgreifen. Das machte den Einkauf günstiger und ich konnte fast alles verbauen. Das ganze Zubehör an Schrauben (siehe Einkaufsliste am Ende) habe ich mir vorab schon online besorgt. So konnte ich nach dem Einkauf des Holzes direkt mit dem Bau der einzelnen Elemente starten.

Die vordere Box quer zu den Fahrersitzen

Für den Ausbau habe ich mich auch wieder für Birke Multiplex entschieden. Für die Korpusse habe ich 12 mm starkes Bretter und für die Deckel 10 mm genommen. Nur für die Rückwand der querstehenden Box habe ich noch mal 15 mm genommen. Da diese Platte die einzige Hürde bei einem Auffahrunfall ist, die evtl. verhindert, dass uns die Bodenplatte in den Rücken gedrückt wird, erschienen mir die 15 mm etwas sicherer. Obgleich ich denke, dass wir bei einem starken Auffahrunfall vermutlich andere Sorgen haben werden. Aber es fühlt sich so etwas sicherer an. Nach meiner groben Skizze habe ich versucht, den Innenraum des Dokkers bestmöglich auszumessen damit ich weiß, welche Abmessungen ich tatsächlich benötige. Dann bin ich mit der entsprechenden Stückliste in den nächstgelegenen Hagebau Markt gefahren und habe mir die Multiplex Bretter zuschneiden lassen.

Die querstehende Box dient hauptsächlich als Lagerraum für längeres Equipment. Daher sollte es eine reine Box mit Deckel werden. Die Rückwand zu den Sitzen ist leicht schräg und greift unsere „normale“ Sitzeinstellung auf. So können wir den maximalen Raum nutzen und verstellen die Sitze nur noch vorne, wenn wir mehr Raumtiefe für die Liegefläche benötigen. Wenn beide Sitze nach vorne geschoben die Rückenlehnen ebenfalls nach vorne gedreht werden dann erreichen wir eine Liegefläche von gut 2 Metern Länge. Unsere Matraze von 120 x 190 cm passt somit perfekt. Aber zum Bett später mehr.

Die Wände der Box habe ich mit den kleinen Senkschrauben verschraubt. Die Löcher wurden vorgebohrt. In der Mitte der Box habe ich noch einmal einen kleinen Querträger für etwas mehr Stabilität und als zusätzliche Auflage für den Deckel eingebaut. Der klappbare Deckel ist mit einem Klavierband befestigt. Zum Schließen und Fixieren kommen zwei Magentschließen zum Einsatz. Mehr ist es nicht. Über die beiden Luken im Boden kommt man bei Bedarf an den darunter liegenden Stauraum wo z.B. Ladekabel oder der Verbandskasten liegen.

Die Box ist ca. 1,40 m breit, ca 32 cm hoch und zwischen 25 – 30 cm tief.

Der Schubladenschrank auf der linken Seite

Nachdem die vordere Box fertigestellt war, habe ich mich beim restlichen Ausbau an den Rastermaßen der Euroboxen orientiert. Das bedeutet, dass die Zwischenräume (Die T-Form) 40 cm breit sein sollten, damit ich darin Euroboxen flexibel abstellen und verschieben kann. Dadurch ergab sich automatich der Abstand der beiden hinteren Boxen zur vorderen.

Für den „Schubladenschrank“ hatte ich bereits sechs kleine Euroboxen gekauft (3 x 400 x 300 x 170 und 3 x 400 x 300 x 120). Damit sollten Kleinkram von Kochenutensilien bis Kleidung für ein Wochenende gut aufgehoben sein. Die Zwischenböden sind ebenfalls nur mit 10 mm Brettern gebaut da dort weniger Last zu befürchten. Die Boxen sind 40 cm tief und stehen vorne bündig. Hinten zur Seitenwand des Dokkers ist also unterschiedlich Raum übrig. Aber mir war wichtig, dass nach vorne alles bündig ist und dem 40’er Rastermaß entspricht.

Der vordere kleine Kasten an der Schiebetür ergab sich aus den Abmessungen der Euroboxen. Ich wollte keinen Platz verschenken, daher kam noch mal eine kleine Box zum Einsatz. Dort ist alles für das Auto gelagert, was man immer wieder mal benötigt. Scheibenreiniger, Warnwesten, Reifenschlüssel, Handschuhe und etwas Werkzeug. Immer griffbereit von der Seitentür aus.

Dier Schrank ist ca. 1,20 m breit, ca 32 cm hoch und zwischen 40-50 cm tief.

Die Lagerbox auf der rechten Seite

Die Box auf der rechten Seite ist ebenfalls als einfacher Stauraum konzipiert. Länge und Breite ergeben sich wieder aus dem Rastermaß der Euroboxen. Das bedeutet, dass im Durchgang die 40’er Box reinpasst und daneben dann der zur Verfügung stehende Platz komplett von der Box eingenommen wird. Dadurch ergibt sich eine lichte Breite zwischen Innenwand und Reifenverkleidung von ca. 30 cm. Da in dieser Box hauptsächlich flexible Sachen wie Schlafsäcke gelagert werden, ist der Raum sehr gut dafür geeignet und es stört nicht, dass es keine exakten Rechteckformat sind. In dieser Box habe ich auch unseren kleinen Bio-Feuerlöscher montiert so dass wir diesen auch immer dabei haben.

Der Deckel der Box ist ebenfalls wieder mit einem Klavierband befestigt und damit klappbar. Als Verschluss kamen wieder Magnetschließen zum Einsatz. Damit ich den Deckel gerade montieren konnte, habe ich die Fläche zur Außenverkleidung separat befestigt und musste so nur diese entsprechend konturieren. Diese Box ist wie die anderen auch an mehreren Stellen mit der Bodenplatte verschraubt. Hierfür habe ich jeweils innen in den Boxen kleine Winkelverbinder eingesetzt und diese mit den Seitenwänden und der Bodenplatte verschraubt. Als Gegenstück zu den Winkelverbindern kamen Einschlagmuttern zum Einsatz. Im Boden wurden diese nach dem Vorbohren auf der Unterseite der Bodenplatte eingeschlagen. Aber so erhält man eine schöne kraftschlüssige Verbindung der gesamten Konstruktion und kann sie dennoch jederzeit mit wenig Aufwand komplett wieder ausbauen.

Diese Box ist ca. 1,20 m breit, ca 32 cm hoch und zwischen 30 -45 cm tief.

Ein paar Eindrücke vom Endergebnis

Mein Ziel, einen flexiblen Ausbau zu schaffen, der mir Platz zum Transport aber auch ausreichend Raum zum „Leben“ und Schlafen bietet, habe ich erreicht. Wenn ich alle Platten einsetze erhalte ich eine ebene Liegefläche von ca. 1,80 Metern Länge und einer Breite von gut 1,20 Metern im Heck und fast 1,40 Metern an den Schiebetüren. Bei nach vorne gedrehten Fahrersitzen passt meine Matratze mit 1,20 x 1,90 m perfekt hinein. Zum Bett bzw. der Matratze gibt es noch einen separaten Artikel.

Das Konzept mit den  Euroboxen geht bisher auch sehr gut auf. Vielleicht hätte ich ein paar Milimeter mehr „Luft“ lassen sollen. So muss man die Kisten teilweise mit etwas Druck bewegen. Hat aber andererseits den Vorteil, dass nichts einfach so rumrutscht. Und da ich immer eine Klappbox für Einkäufe im Heck stehen habe, bleiben auch die Schubladenboxen an Ort und Stelle. Den Tisch haben wir zwar bisher noch nicht wirklich genutzt (Das Tischbein stammt von einem alten Ikea-Tisch und ist in der Höhe verstellbar). Aber haben ist ja bekanntlich besser als brauchen. In den kleinen Schubladenkisten habe ich die Grundausstattung immer dabei. Der restliche Platz kann flexibel genutzt werden. Selbst ein Rad habe ich im Heck schon mal transportiert.

Die Bretter in den Durchgängen liegen übrigens nur auf kleinen 10 x 10 mm Winkeln auf. Diese sind an die Seitenwände geschraubt. Das ist sicher keine erstklassische Tischlerarbeit. Und ich war am Anfang auch gespannt, ob die Winkel die Last tragen. Aber da man nie punktuell auf einem Winkel liegt und zum Schlfane ja auch noch die Matratzen die Lastverteilung unterstützen, klappt das bisher alles sehr gut. Ich hatte weder das Gefühl eines unsicheren Schlafes noch dass es bisher zu irgendwelchen Schäden gekommen ist.

Alles in allem muss ich sagen, dass mein erster Ausbau bisher sehr gut funktioniert. Man kann bei schlechtem Wetter auch mal drinnen sitzen. Dafür reicht die Sitzhöhe im Dokker recht gut aus. Man kann es natürlich nicht mit einem Bus vergleichen. Aber ich kann bei 1,77 Körpergröße aufrecht sitzen. Die Liegefläche ist auch für zwei Personen ausreichend – wenn es sein muss 🙂 Einziger Nachteil, aber ich denke, den teilt man mit den meisten kleinen MiniCamper-Ausbauten: Man muss sich vor dem Schlafengehen überlegen, was man braucht. Denn wenn das Bett gemacht ist, kommt man nur umständlich an die darunterliegenden Dinge dran. Aber das hat man nach ein bis zwei Nächten raus.

Mein persönliches Fazit nach zwei Jahren: Experiment gelungen. Der Dokker eignet sich gut als Basisfahrzeug für einen MiniCamper. Und meine Ausbauidee beweist sich jedes Mal neu. In weiteren Artikeln werde ich noch auf ein paar Details oder weitere Ausbauideen eingehen.

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