Mobiles DIY-Bett für Dein Auto

von | 26.06.2016 | 1 Kommentar

Wer schon mal in seinem PKW übernachtet hat, weiß, dass es in der Regel nicht allzu bequem ist. Wer nicht gerade einen großen Kombi sein Eigen nennen kann, muss sich klein zusammenfalten oder unbequem auf dem Beifahrersitz schlafen. Natürlich gibt es Autodachzelte verschiedener Hersteller und auch Einbausätze für nahezu jedes Fahrzeugmodell. Aber da ist man schnell mal mit ein paar tausend Euro dabei. Man kann es aber auch selbst versuchen und sich ein eigenes Bett ins Auto bauen. Inspiriert hat mich dazu ein Youtube-Video von JayBe Outdoor TV das ich am Ende der Seite eingefügt habe.

Passt exakt für meine Thermarest Matte

Passt exakt für meine Thermarest Matte

Ausmessen, Material suchen, zusammenbauen, fertig ist das DIY-Bett.

Die Version von JayBe ist schon recht luxuriös. Aber die Idee fand ich klasse. Als ich letztes Jahr die SwissRoomBox gesehen hatte, fand ich diese Idee auch schon ganz cool und habe nur so aus Jux mal meinen Hyundai i30 ausgemessen. Einfach mal um zu wissen, was überhaupt gehen würde. Dank JayBe habe ich dann noch mal genauer nachgemessen. Wenn ich den vorderen Beifahrersitz ganz nach vorne schiebe und die Rückenlehne nach vorne drehe, habe ich bei umgeklappter Rückbank immerhin eine mögliche Liegefläche von ca. 180 cm zur Verfügung – bei geschlossener Heckklappe und einem Wagen der Golfklasse.

Ich habe dann einfach im Schuppen geschaut, was ich noch an Material herumliegen hatte und dachte mir, ich probiere es einfach mal. Im schlechtesten Fall habe ich etwas Holz zersägt. Im besten Fall würde es funktionieren. Ich wollte einen Holzrahmen aus 2 Teilen bauen, den ich demontiert im Kofferraum transportieren kann. Als Liegefläche wollte ich OSB-Platten nehmen, denn davon hatte ich noch Reste von der Schuppenisolierung herumstehen. Etwas tricky waren die Fußstützen, denn ich wollte die Liegefläche nicht einfach auf die umgeklappte Rückbank legen. Das war mir doch etwas zu viel Last. Daher mussten die vorderen Füße länger sein, um in den Fußraum zu passen.

Folgendes Material und Werkzeug wurde eingesetzt:

  • 3 gehobelte Fichtenleisten 2000 x 40 x 40
  • 1 OSB-Platte 63 x 2000
  • 8 Schrauben 3,5 x 40 für die Holzrahmen
  • 16 Schrauben M6 x 80 für Füße und Deckplatte
  • 16 Flügelmuttern M6
  • Stichsäge, Japansäge, Schwingschleifer, Schleifpapier

Dann wurden die beiden Rahmen ausgemessen, die Holzleisten zugesägt und verschraubt. Bei der OSB-Platte musste ich nur die Feder absägen, denn die schmalste Stelle im Auto ist ca. 65 cm breit. Damit musste die Platte nur abgelängt werden. Damit möglichst alles flexibel demontierbar ist und ich vor allem die Fußstützen jederzeit einklappen kann, habe ich dann die Platten und die Stützen mit den Schrauben und Flügelmuttern gesichert. Klappt prima und so habe ich zwei Teile, die bequem in den Kofferraum passen und die ich bei Bedarf einfach noch mal mit zwei Schrauben an den Stirnseiten zu einer Liegefläche zusammenbauen kann.

Premiere gab es bei der 24h Wanderlust von Columbia in Hohwacht. Dort habe ich nach der kurzen Nachtetappe im Auto auf der Liege geschlafen. Als Notbehelf für eine Person bei schlechtem Wetter kann man das so auf alle Fälle machen. Als echten Wohnmobilersatz würde ich es jetzt nicht ansehen, dafür ist es auf Dauer in einem normalen PKW doch zu eng.

Hier ist dann das oben erwähnte Video von JayBe Outdoor TV, das mich zu dem Spontanbau meines „Autobetts“ inspiriert hat. Der Bausatz von JayBe ist natürlich deutlich komfortabler mit Lattenrost und echter Matratze. Von den restlichen Einbauten mal ganz zu schweigen 😉 Aber dafür war mein Einbau in 2 Stunden fertig und hat mich nur ein paar Euro für die Schrauben gekostet. Denn das Holz hatte ich als gut sortierter Heimwerker noch im Schuppen liegen,