TetUp!ONE - Reisetagebuch das eine Blumenwiese pflanzt

Update 25.12.2020: Kleiner Hack und Hinweis auf eine Helm-Alternative mit Visier.

Ich versuche meine Outdoor-Aktivitäten eigentlich das ganze Jahr über zu betreiben. Das klappt nicht immer, aber der Wille ist zumindest da. Es heißt ja auch immer: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Bei den meisten Kleidungsstücken passt das auch und ich bin da ganz gut ausgestattet. Aber was mir im Winter bei Kälte schon immer Sorgen bereitet hat, ist Zugluft an den Augen. Vermutlich habe ich mir in jungen Jahren beim Motorradfahren einfach des Öfteren mal einen Zug geholt. Zumindest bin ich bei kalter Zugluft echt empfindlich an den Augen. Und gerade wenn ich versuche meine abendlichen Radrunden auf dem Crossbike zu drehen, macht das im Winter kaum Spaß, wenn die Augen sofort anfangen zu tränen. Also habe ich mich vor ein paar Wochen mal ein bisschen im Internet umgeschaut und bin neben den üblichen Empfehlungen auf optische Sportbrillen (meist teuer bei entsprechender Sehstärke) und Skibrillen (sieht schon etwas doof aus unterm Radhelm) auf ein paar interessante Tipps in einem Pedelec-Forum gestoßen.

Schutzbrille für Brillentraeger beim Radfahren

Schutzbrille von der Seite, passt gut über meine Brille

Windschutz beim Radfahren im Winter dank Fallschirmspringerbrille

In dem Forum wurden diverse Möglichkeiten diskutiert, da gerade viele brillentragende Biker anscheinend das gleiche Problem wie ich haben: Zugluft stört beim Radeln. Die Themen waren in fast allen Foren immer die gleichen. Als Nicht-Brillenträger kann man sich eine Sportbrille kaufen oder anpassen lassen. Das genügt meist den Ansprüchen, da die Gläser sehr weit um das Auge schließen und nah am Kopf anliegen. Solche Brillen bieten den meisten ausreichend Schutz vor Zugluft. Nachteil bei solchen Brillen sind oft der hohe Preis für die Verglasung – oder bei hohen Dioptrien, dass sie gar nicht mit optischen Gläsern zu verglasen sind. Das liegt häufig an der zu starken Krümmung der Gläser. Und Brillen mit innenliegenden optische verglasten Clips taugen anscheinend auch nicht so viel.

Ich fand dann den Hinweis auf die Schutzbrillen für Paraglider oder Fallschirmspringer ganz interessant. Denn auch dieser Sport wird von Brillenträgern betrieben und im freien Fall werden diese wohl kaum die Augen schließen, um sie vor Zugluft zu schützen. Und siehe da, es gibt durchaus ein paar Modelle, die extra für Brillenträger sind. Und ein nicht zu verachtender Vorteil solcher Brillen: Sie kosten deutlich weniger als vergleichbare Spezialbrillen für Fahrradfahrer! Ich habe mir dieses Modell hier für 19 EUR bei Albatros Fallschirmsport gekauft. Mit Versand ein fairer Preis. Wenn es denn funktioniert! Aber das tut es in der Tat.

Schutzbrille von vorne

Schutzbrille von vorne

Ich muss zugeben, dass man in einem solchen Outfit vermutlich nicht eben mal schnell in die Bank zum Geld abheben gehen sollte. Aber für meinen konkreten Einsatzzweck funktioniert es. Die Schutzbrille passt nahezu perfekt um meine eigene optische Korrekturbrille und schließt beinahe luftdicht ab. Ganz luftdicht wäre gar nicht so gut, denn dann würde die äußere Brille zu schnell anlaufen. Das Sichtfeld ist top, der Rand ist mit einer Art Kunstleder verkleidet und der glasklare Kunststoff bietet eine perfekt Durchsicht. An den seitlichen  Knickkanten, wo der Kunststoff gebogen wurde, befinden sich fertigungsbedingt 2 kleine Löcher. Durch diese und den seitlichen Schlitz für den (verstellbaren) Gummizug, kommt etwas Zugluft in die Brille, die als Hinterlüftung fast ausreicht. Wenn man wie ich stark schwitzt oder so eingemummelt ist, wie oben auf den Fotos, atmet man zwangsläufig auch nach oben – unter die Brille. Ein bisschen angelaufen ist sie daher bei einer Testfahrt bei ~ 0°C schon. Aber das war kein Problem beim Fahren. Im Gegenteil, den eigentlichen Zweck, die Zugluft zu reduzieren, hat die Brille hinreichend erfüllt. Den Rest kann man sicher noch mit etwas „Anti-Beschlagmittel“ optimieren.

Wer also ähnliche Sorgen und Nöte beim Fahrradfahren im Winter hat, der solch sich mal eine solche Sprungbrille anschauen. Die ist als Schutz gegen kalte Zugluft sicher bei den meisten Anwendungsfällen ausreichend. Ich bin damit zumindest erst einmal total happy und hoffe jetzt nur, dass sie auch eine Zeitlang hält.

Sprungbrille als Schutzbrille

Sieht spacig aus, hilft aber. Eine Sprungbrille aus dem Fallschirmsport.

Kleiner Extra-Hack für eine bessere Belüftung

Um den Artikel zu aktualisieren habe ich ein paar aktuelle Fotos meiner Schutzbrille gemacht. Denn ich habe das oben beschriebene „Anlaufen“ noch etwas besser in Griff bekommen. Dazu habe ich einfach mit einem Feuerzeug und einer Ahle ein paar weitere Löcher in die „Verglasung“ gebrannt. Also einfach die Ahle mit dem Feuerzeug oder einer Kerze erhitzen und rund um das Sichtfeld kleine Löcher schmelzen. Geht ganz einfach, stört die Sicht kein bisschen und bewirkt tatsächlich eine etwas besser Belüftung bei langsamer Fahrt oder beim Stehen. Ganz ohne Abnahmen der der Überbrille geht es bei mir in Pausen nicht. Aber das aktuelle Setup passt für mich. Und das Radfahren im Winter macht mir so deutlich mehr Spaß. Und gesünder für meine Augen ist es auch.

Alternative für Regen und Wind – Rad Helm mit Visier

Seit Anfang 2019 besitze ich ein E-Bike und pendle damit auch öfter zur Arbeit. Ich habe mir fest vorgenommen, bei (fast) jedem Wetter zu fahren. Dafür habe ich immer meine Regensachen in einer wasserdichten Tasche am Gepäckträger. Die muss eh mit, um mein Notebook von und zur Arbeit transportieren zu können. Um als Brillenträger bei Regen oder Niesel aber trotzdem gut sehen zu können, habe ich mich an meine alten Motorradzeiten erinnert. Da hat man bei regen einfach mit dem Handschuh über das Visier gewischt. Und die nicht über die Brille selbst. Also habe ich mich nach einem passenden Fahrradhelm mit Visier umgeschaut. Denn ohne Helm fahre ich grundsätzlich nicht. Ich habe mich für den Abus Hyban 2.0 mit klarem Visier entschieden. Den gibt es zwar auch mit einem getönten Visier, aber ich fahre im Sommer lieber mit Sonnenbrille unter einem klaren Visier, als im Winter nichts zu sehen. Oder mir ein zweites Visier kaufen zu müssen.

Gut finde ich an dem Helm auch, dass er ein eingebautes Rücklicht hat, das entweder dauerhaft leuchtet oder blinkt. Die Batterie hält auch ziemlich lange. Ich habe noch die erste drin obwohl ich gleich an den ersten Tagen mal das Rücklicht vergessen hatte und mir erst am nächsten Tag das Blinken auf dem Regal aufgefallen ist. Aber LED verbrauchen ja kaum Energie. Hell genug, damit man gesehen wird, sind sie aber alle mal.

Das Visier funktioniert für mich bei Regen perfekt. Der Bereich um die Brille bleibt trocken und wird ausreichend belüftet. Und wenn zu viele Wassertropfen auf dem Visier sind, wische ich mit dem Handschuh oder dem Handrücken über das Visier und schon ist die Sicht wieder gut. Das Visier hat aber auch den Vorteil, dass es bei niedrigen Temperaturen ähnlich gut schützt wie die Fliegerbrille. Bis gut 5° Grad komme ich ganz gut damit klar. Bei tieferen Temperaturen steige ich aber dann doch auf die Fliegebrille um. Die liegt enger an und schließt dichter ab.

Den Abus Helm gibt es bei vielen Händlern und auch bei Amazon immer wieder mal im Angebot für rund 95 €: ABUS Unisex-Erwachsene HYBAN 2.0 ACE Fahrradhelm.

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