Anfang des Jahres 2019 hatte ich mir ein kleines Visionboard gebastelt, auf dem ich die Dinge notiert habe, die ich in diesem Jahr versuchen wollte zu tun. Rückblickend kann ich sagen, dass ich das meiste davon tatsächlich geschafft habe. Im Wesentlichen die Dinge, die ich für mich selbst vorgenommen habe und die nichts mit Arbeit und solchen Themen zu tun haben sollten.

Neben dem geplanten Ausbau meines Dokkers zum Minicamper wollte ich mindestens 5 Nächte/Wochenenden darin verbringen, mit Heike mindestens 3 Paddeltouren machen, ein e-Bike kaufen und damit häufiger zur Arbeit fahren und insgesamt etwas herunterfahren und versuchen nachhaltiger zu leben. Dazu noch ein Projekt im Garten abschließen, mehr Sport treiben und natürlich ein paar Pfunde verlieren (wie jedes Jahr).

Vom Dokker zum Minicamper

Dieser Plan ging auf. Zwischen den Feiertagen habe ich den „Rohbau“ erledigt und Anfang des Jahres dann den Ausbau abgeschlossen. Mit den Matratzen und Verdunkelungen für die Fenster lässt sich tatsächlich sehr gut in dem Wagen schlafen. Das Ziel, mindestens 5 Nächte drin zu schlafen, habe ich geschafft. Premiere war Anfang Februar bei einem Wintertrip in den Harz. Die ersten beiden Nächte wurde bei -5° auf dem Campingplatz Harz-Camping „hardcore-getestet“. Test gelungen, Patient hat überlebt.

Direkt danach habe ich die Gelegenheit genutzt, nach der Firmen-Jubiläumsfeier auf dem Parkplatz zu schlafen. Auch dafür ist so ein kleines, gut getarntes Bett perfekt geeignet. Im Mai war ich auf dem Mecklenburger Outdoor Festival in Schwerin und im Juni war der Dokker bei unserer Paddeltour auf der Peene unser Domizil für die Nacht. Im August folgte die Paddeltour auf der Aller und im Oktober war ich auf einem Rum-Tasting mit anschließender Tageswandertour in der Lüneburger Heide. Insgesamt habe ich in diesem Jahr immerhin 8 Nächte im Minicamper verbracht. Für das erste Jahr ganz okay.

Mit dem e-Bike zur Arbeit

Ich habe mir die letzten Jahre immer wieder vorgenommen, häufiger mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Zuerst mit einem Mountainbike, dann mit dem Tourenrad. Letzteres war einfach bequemer, da die Tasche nicht auf dem Rücken klebte sondern am Gepäckträger hing. Allerdings war ich abends nach der Rückfahrt meistens ziemlich erledigt, da ich die 30 km einfache Strecke in den Beinen gemerkt hatte. Ich wollte zwar auch mehr Sport machen, aber die Motivation kam nicht so wirklich auf häufiger zu fahren und dadurch mehr Kondition aufzubauen.

das neue eBike

Letzten Endes hat dann der Kauf des e-Bikes tatsächlich den ersten wirklichen Schritt nach vorne gebracht. Ich bin Anfang April das erste Mal gefahren und habe es bis Ende Oktober tatsächlich geschafft, in einigen Wochen sogar zwei Mal zu fahren. Zwei Mal die Woche mit dem Rad zur Arbeit, zwei Mal mit dem Auto und einmal Homeoffice ist eine gute Aufteilung. Insgesamt habe ich so knapp 1.000 km Fahrtweg mit dem Auto durch das e-Bike kompensiert. Das sind immerhin schon 10% der Pendelstrecke pro Jahr. Nicht viel aber ein Anfang. Und auch ein Schritt für mich zu einem etwas nachhaltigerem Leben.

Screenshot Garmin

Verfehlte Ziele

Auf meinem letzten Lauche & Maas Wintertreffen 2018 habe ich die Gelegenheit genutzt, dort intuitiv Bogen zu schießen. Das hat total viel Spaß gemacht und da ich Bogenschießen total entspannend und toll finde, hatte ich mir für 2019 vorgenommen, einen Bogenbau-Kurs zu besuchen. Die Idee war es, mit dem eigenen Bogen dann regelmäßig auf einem Platz zu trainieren. Leider habe ich aus Zeitgründen nichts davon umgesetzt. Dieses Ziel wird also auf 2020 verschoben.

Die üblichen Ziele wie „mehr Sport“ und „weniger Gewicht“ überspringe ich mal. Selbstredend wurden diese auch nicht erreicht 😉 Unsere gemeinsamen Ziele haben wir aber alle erreicht. Von den Sparzielen für die Tilgung unseres Hauses, das Gartenprojekt bis zu den gemeinsamen Touren und unseren Jahresurlaub. Gerade die Touren kann man immer schön in einem Fotobuch reflektieren, das Heike für uns in jedem Jahr anlegt. Dort kann man unsere Aktivitäten Monat für Monat betrachten. Ein schönes analoges Erlebnis in der digitalen Welt.

Buchrücken unserer Jahrbücher

Mehr Nachhaltigkeit und noch mehr Draußen sein

Wie zuvor beschrieben versuche ich bestmöglich die Fahrten mit dem Auto zu reduzieren. Als Berufspendler mit Wohnsitz auf dem Land ist das möglich, aber teilweise sehr aufwändig. Aufwändig im Sinne von massivem Zeiteinsatz. Ich bin sehr froh, dass mir mein Arbeitgeber den Homeoffice-Tag ermöglicht. Zu Hause Arbeiten bedeutet, nicht auf der Straße zu sein. Bedeutet aber auch, dass ich im Monat dadurch einen ganzen Arbeitstag mehr Lebenszeit für mich habe, da ich nicht stupide im Auto sitze, nur um zur Arbeit zu fahren. Das lässt sich auch durch Hörbuch- oder Podcast-hören nicht schön reden. Würde ich statt der kompletten Strecke mit dem Auto die ÖPNV nutzen, würde sich dieser Lebenszeitverlust locker verdoppeln. Wie gesagt alles machbar, aber ich bin momentan (noch) nicht bereit diesen Preis zu bezahlen. Ich versuche daher in 2020 deutlich mehr als die 1.000 km mit dem Rad zur Arbeit zu pendeln und vielleicht ab und an einen weiteren Homeoffice-Tag einzubauen. Das spart auch CO².

A propos CO². Ich habe Anfang 2019 ein Girokonto bei tomorrow.one eröffnet (Empfehlungslink: Jede Neueröffnung pflanzt automatisch 100 Bäume). Nicht dass ich unbedingt ein weiteres Konto benötigen würde. Aber ich finde den Ansatz des Teams total spannend. Bisher nutze ich das Konto nur für meine „privaten“ Ausgaben, also quasi als Taschengeld-Konto. Das schöne dabei ist aber, dass ich mit jedem ausgegebenen Euro über mein tomorrow-Konto einen kleinen Beitrag zum Schutz der Regenwälder leiste. In 2019 waren es immerhin 2.919 m² (0,017% aller tomorrow-Kunden). Ich habe das Konto z.B. bei Amazon und Netflix hinterlegt. Damit pflanze ich beim Couchsurfing (aka Videostreaming) regelmäßig Bäume. Und für mein Atmosfair-Abo nutze ich tomorrow natürlich auch.

Ich kenne die zahlreichen Diskussionen bzgl. des „Ablasshandels“ beim Thema CO²-Kompensation. Dazu kann jeder seine Meinung haben. Ich habe für mich aber entschieden, dass ich unseren CO²-Fußabdruck bestmöglich über Anbieter wie Atmosfair oder Primaklima ausgleichen möchte. Nicht um mir mehr CO²-Ausstoß leisten zu können, sondern um den Status Quo zu kompensieren. Denn es gibt einfach Grenzen, die wir nicht unterschreiten können. Das ist für uns nun Mal Fakt. Also kompensieren wir 20 Tonnen CO² pro Jahr über Ausgleichs-Zertifikate. Und damit das auch diversifiziert erfolgt, die Hälfte über Primaklima und den Rest über Atmosfair. Und sobald Primaklima auch ein Abo-Modell anbietet, lass ich auch das über meine tomorrow.one Kreditkarte laufen und pflanze für jeden Kompensations-Euro noch mal extra Bäume. Für uns ein fairer Deal.

Wer seinen ökologischen Fußabdruck übrigens nicht kennt, kann diesen online beim Umweltbundesamt berechnen.

CO² ist aber nur ein Bereich, bei dem wir uns nachhaltiger verhalten möchten. In 2020 wollen wir ein Teil unseres Gartens zu einer Magerwiese umgestalten. Fernziel: Vielleicht mal ein eigenes Bienenvolk? Wer weiß wo die Reise hin geht. Auf alle Fälle auch weniger neue Anschaffungen in Ausrüstung. Da haben wir eigentlich alles, was wir für unsere Touren benötigen. Vielleicht wird 2020 endlich mal wieder ein No-Gear-Year.

Wir haben uns auch vorgenommen, unsere Ernährung umzustellen. Wir wollen nicht vegan leben, aber noch weniger Fleisch und tierische Produkte konsumieren und uns noch mehr Gedanken über die Lebensmittel machen die wir kaufen. Aber keine Sorge, das Blog wird jetzt kein Food-Blog. Auf Ökostrom haben wir eh schon seit Jahren alles umgestellt. Und da ich mehrmals im Jahr meine Familie und ein paar Freunde in Süddeutschland besuche, möchte ich das künftig auch mehr mit der Bahn statt mit Pkw und Flieger tun. Dieser Artikel entsteht auch gerade auf der Rückreise vom Neujahrsbesuch im Zug. Wenn ich schon eine Tagesreise investiere, dann kann ich im Zug wenigstens lesen oder schreiben. Im Auto kostet mich die Zeit meist nur Nerven.

Um in 2020 wieder mehr Draußen zu sein, planen wir auch schon unsere ersten Touren. Der Jahresurlaub wird dieses Mal wieder in einem deutschen Mittelgebirge verbracht. Ansonsten wollen wir ein zweites e-Bike für Heike kaufen um vielleicht auch mal die eine oder andere längere Radtour einzuplanen. Und ich will in diesem Jahr endlich wieder mehr Artikel in diesem Blog schreiben. Themen habe ich genug. Nur die Zeit muss ich mir nehmen. Zu wenig Zeit soll in diesem Jahr aber keine Ausrede sein!

Mal sehen, was das neue Jahr 2020 alles bringen wird.