Training für die 24 Stunden von Bayern – rund ums Himmelmoor

von | 09.06.2014 | 0 Kommentare

Schöner Tag am Himmelmoor

Der Countdown läuft. Noch gut drei Wochen bis zu den 24 Stunden von Bayern. Und so langsam kommt mir doch die Erkenntnis, dass das kein Zuckerschlecken werden wird. Zumindest nicht, wenn ich – ganz Kerl (!) – nicht schon nach 10 Kilometern aufgeben will. Mal davon abgesehen, dass mich meine Freunde eh alle für verrückt erklärt haben, nachdem ich ihnen erzählt hatte, dass ich mich bei dem legendären Event angemeldet und einen Startplatz erhalten habe. Aber hey, wir reden von „Wandern“ nicht von einem Alpen-Cross-Triathlon! Zumindest dachte ich bisher so. Bis heute. Bis zu meinem ersten Trainingslauf. Denn jetzt sitze ich hier auf der Terrasse und meine Oberschenkel fühlen sich an, als hätte ich die Alpen zwei Mal überquert! Mit Heike auf den Schultern! Aber wenigstens schmerzen nur die Oberschenkel. Der Rest ist okay. Aber noch mal zurück zum Start.

Kann man für so etwas Trainieren?

Die Veranstalter der 24vB sagen, wenn man 30-40 km am Stück laufen kann sei der Rest reine Kopfsache. Soweit so gut. Aber ich bin in meiner erst 3-jährigen Wanderkarriere auch noch keine 30 km gelaufen. Nicht mal 20. Bisher waren wir nur auf Tagestouren unterwegs. Meine längste Distanz waren letztes Jahr „nur“ 16 km im Rahmen einer 4-tägigen Wildniswandertour im Oberen Donautal. Allerdings mit 18 Kilo Gepäck auf dem Rücken. Da war ich schon ganz stolz auf mich.

Bei den 24h von Bayern geht es dieses Jahr aber um 88,3 km die eben in 24 Stunden zu wandern sind. Das ist, wie der Norddeutsche zu sagen pflegt, „ein anderer Schnack“. Daher hatte ich mir vorgenommen, neben meinen eher unregelmäßigen Jogging- und Rad-Runden zumindest einmal eine längere Wanderung am Stück zu machen. Und da ich hier zu Hause mit dem Mountainbike eine schöne Rundtour um das Himmelmoor habe, die etwa 22 km lang ist, wollte ich diese einfach mal zu Fuß ablaufen. Dann hätte ich wenigstens mal ein Gefühl für eine längere Strecke.

Pfingstrunde um das Himmelmoor

Gesagt getan. Heute morgen nach dem Frühstück habe ich dann meinen Daypack mit teilweise unnötiger Ausrüstung bepackt (Regenjacke, Fleecepulli, Beine der Zipss-Hose, Trekkingstöcke und natürlich Wasser) um zumindest mal das Gewicht zu simulieren. Und dann ging es los Richtung Himmelmoor. Das Wetter war ja perfekt. strahlender Sonnenschein und eine leichte Brise. Damit sollten sich die angekündigten +/- 30° aushalten lassen.

Neben ein paar Radfahrern war so gut wie nichts los. Ich hatte die Strecke quasi für mich alleine. Die Strecke ist teilweise asphaltiert und rund ums Moor läuft man herrlich auf Torfboden. Das ist zwar kein idealer Trainingsuntergrund, aber dafür Wandern Deluxe. Die Landschaft rund um das Himmelmoor ist traumhaft schön. Ich mag solche Landschaften, in denen das Vergangene mit dem Lebenden harmoniert. Im Himmelmoor, Schleswig-Holsteins größtem Hochmoor – in dem auch noch aktiv Torf abgebaut wird – gibt es an einigen Teichen neben Libellen auch Frösche. Die zeigen sich zwar nicht, aber hören kann man sie, wie das kurze Video anschaulich zeigt.

So schön das Spazieren gehen, wandern oder auch Rad fahren in solchen geschützten Naturreservaten ist, so ärgerlich sind Leute, die sich nicht an die Vorschriften halten. So darf man um das gesamte Himmelmoor nur auf ausgewiesenen Wegen Reiten und Hunde sind auch überall an der Leine zu führen. Nichts desto trotz laufen alle Hunde dort frei rum und werden auch zum Stöckchen holen in die Teiche gejagt. Und Pferdeäpfel trägt auch niemand einfach aus Jux in die entlegenen Ecken.

Freue ich mich noch auf die 24 Stunden von Bayern?

Definitiv ja. Auch wenn ich nach der Tour heute durchaus etwas geläutert bin. Das wird am 29. Juni Wahrlich kein Zuckerschlecken. Ich bin heute knapp 22 km am Stück gelaufen. In etwa 4,5 Stunden. Vor Ort wird man sicher Pausen machen (müssen). Aber es war heute eine gute Erfahrung und ich weiß jetzt zumindest, dass meine Gelenke und die Hüfte mitmachen. Nur für meine Oberschenkel muss ich mir definitiv noch etwas überlegen. Sonst muss ich meinen Urlaub doch noch um ein paar Tage verlängern, und sei es nur um den Muskelkater abbauen zu lassen.

Außerdem habe ich die Woche vor dem Event noch ausreichend Zeit zu trainieren, wenn wir vor Ort sind und uns die gegend mit Freunden anschauen. Und es geht ja nicht um die Leistung beim Wandern, sondern um die Eindrücke der Natur im Wechsel der Tageszeiten. Darauf freue ich mich besonders.

Lage und Tourendetails

Himmelmoor bei Quickborn

  • Schwierigkeit 20% 20%
  • Steigungen 0% 0%
  • Befestigte Wege 10% 10%
  • Natur 100% 100%
  • Wandern 100% 100%