TetUp!ONE - Reisetagebuch das eine Blumenwiese pflanzt

Vom Gedankenspiel zum MiniCamper

von | 28.09.2018 | 0 Kommentare

Ausbauskizze Header

Der Dokker steht nun seit April im Carsport und ist für mich mein täglicher Pendelgefährte. Trotz allem hat es doch einige Zeit gedauert, bis ich nach all den Internet-Recherchen und abertausenden  gesehenen Ideen meine eigene Ausbauvariante entwickelt habe. Dabei wurden viele Ideen gewälzt. Vom Kauf fertiger Camping-Module bis zur Eigenentwicklung. Letzten Endes hat dann doch mein Wunsch nach „DIY“ und die Berücksichtigung der eigenen Anforderungen gesiegt.

Modularer Ausbau zum Herausnehmen oder fest verbaut?

Es gibt zahlreiche Ausbaubeispiele für MiniCamper im Internet, vorallem basierend auf den fertigen Camping-Modulen, bei denen die Rückbank im Wagen bleibt. Da „lebt“ man meistens draußen und nutzt die einzelnen Module über einen Heckauszug. Zum Schlafen wird die Rückenlehne der Sitzbank umgeklappt und dient dann als Unterlage/Stütze für die Liegefläche. Diese Variante bietet sich für jene an, die ständigen Bedarf an mehreren Sitzplätzen haben. Oder keinen Platz zum Lagern der Rückbank. Benötigt man Laderaum, nimmt man die Camping-Module einfach raus und hat wieder einen Kofferraum zur Verfügung.

Mir ging es aber um Platz und den wollte ich vor allem ständig zur Verfügung haben. Und ich wollte auch einen dauerhaften Einbau, der mir trotzdem viel Flexibilität bietet. Ich hatte keine Lust, ständig irgend etwas raus und wieder rein zu bauen. Wir sind zudem nur zu zweit, benötigen also keine weiteren Sitzplätze im Dokker. Mal ganz davon abgesehen, dass wir noch einen zweiten PKW mit fünf Sitzplätzen zur Verfügung haben. Daher war der Entschluss schnell gefasst, dass die Rückbank komplett demontiert wird. Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass man Gewicht spart. Denn der spätere Einbau wiegt ja auch etwas. Und die fehlende Rückbank bietet zusätzlichen Puffer für den Einbau und das zur Verfügung stehende Gesamtgewicht.

Küche, Bad, Wohnzimmer und Schlafzimmer?

Wenn man sich so manches Youtube-Video anschaut, dann könnte man meinen, man baut alles in so einen Hochdachkombi rein was geht. Einfach weil man es kann. Aber wozu denn wirklich? Natürlich gibt es ein paar Leute, die auch tatsächlich längere Touren mit so einem MiniCamper machen. Aber ganz ehrlich: Wir werden höchstens mal verlängerte Wochenenden zu zweit in dem Wagen verbringen. Oder ich alleine vielleicht mal ein paar Overnighter. Dafür reicht für mich eine Schlafmöglichkeit und Platz, um auch mal bei Regen im Wagen sitzen zu können.

Die verschiedenen Campingboxen oder Ausbauideen sind für meine Zwecke teilweise überdimensioniert. Ich brauche keine fest eingebaute Küche und keine Spüle im Wagen. Ich habe einen kleinen Campingkocher und wir sind bei längeren Touren meistens auf Campingplätzen wo man sein benutztes Geschirr auch vor Ort spülen kann. Und in diesen Fällen gibt es dort auch Duschen und Toiletten. Will man autarkt in der Wildnis stehen, geht es auch mal zwei Tage ohne Dusche. Oder man spült sein Geschirr nur mit Wasser ab. Das verträgt die Natur auch. Und für den Rest geht man halt mit der Schaufel in den Wald. Eine Chemietoilette kam mir von Anfang an nicht in den Sinn.

Anfangs habe ich auch mit einer Zweitbatterie geliebäugelt. Aber wozu? Ich will nicht dauerhaft einen Kühlschrank betreiben. Und um ab und an mal ein Smartphone aufladen zu können, tut es auch eine Powerbank. Zudem habe ich ein kleines Solarpanel, mit dem ich besagte Powerbank aufladen kann. Alles was ich brauche ist Platz, um Equipment zu verstauen, möglichst alles was man unterwegs braucht immer dabei zu haben und eine große Liegefläche für zwei Personen. Mehr nicht. Herausgekommen ist dabei der folgende Entwurf.

Ausbauskizze für den MiniCamper

Holzboxen zum flexiblen Lagern und ein Schrank für Kleinkram

Ich habe mir zunächst Gedanken gemacht, welches Equipment ich bei unseren Touren dabei habe und wie ich dieses unterbringen möchte. Wir sind entweder mit den Rädern, unseren Kajaks oder zu Fuß unterwegs. Oder mit allem. Also brauchen wir Platz für

  • Kajakzubehör
    • 2 Paddel
    • 2 Schwimmwesten
    • 2 wasserdichte Tonnen und Packsäcke
  • Radzubehör
    • 2 Radhelme
    • 1-2 Packtaschen
    • 2 E-Bike Akkus + Ladegerät
  • Wanderschuhe und Rucksäcke
  • Optionales Zelt
  • 2 Schlafsäcke
  • 2 Campingstühle
  • Campingtisch(e)
  • Kochutensilien und Geschirr
  • Wasserkanister
  • Diversen Kleinkram
  • Klamotten

Die Idee war, vorne hinter den beiden Fahrersitzen eine Box quer zu stellen, in die man längere Teile wie z.B. die Paddel oder auch die klappbaren Campingstühle unterbringen kann. Hinten sollten auf beiden Seiten Boxen stehen. Auf der rechten Seite ist diese ebenfalls leer und kann flexibel gefüllt werden. Auf der linken Seite wollte ich einen kleinen „Schrank“ haben, in dem kleine Eurobox-Kisten als Schubladen genutzt werden können. Die vordere Box und die Box hinten rechts sollten einen Klappdeckel haben. Der Durchgang in T-Form sollte mit einzelnen Deckeln zur Liegefläche abgedeckt werden können. Oder flexibel offen bleiben, um Sitzen oder Laufen zu können.

Der Durchgang sollte ebenfalls im „Euroformat“ sein. Also 40 cm breit damit man auch dort Euroboxen nutzen kann. Wir haben zwei klappbare Euroboxen im Format 40 x 60 cm. Die sind super stabil und genau richtig für flexible Transporte. Die Höhe sollte ebenfalls an den Euroformaten ausgerichtet sein. Also rund 32 cm. Das ist zum Sitzen gerade noch okay, aber dadurch blieb die Gesamtsitzhöhe niedrig genug, dass man aufrecht im Dokker sitzen kann.

Auf dem folgenden Foto sieht man das Endergebnis mit dem ich sehr zufrieden bin. Das ganze Konstrukt ist erst einmal flexibel genug für mich. Wie sich das Ganze in der Praxis bewährt wird sich zeigen. Aber das Ziel, einen flexiblen Ausbau zu haben, wurde erreicht. Und ich bekomme all das oben erwähnte Equipment locker unter ohne bis unter die Decke stapeln zu müssen. Mit den Rädern auf der Anhängerkupplung und den Kajaks auf dem Dach können wir so alles mitnehmen, was wir brauchen. Details zu den Ausbauten folgen in einem nächsten Artikel.

Eine wichtige Ergänzung noch: Wie man auf dem Bild sieht, sind die original Gurte an Ort und Stelle verblieben. Das war mir sehr wichtig. Denn sobald man Gurte abschneidet oder ähnliches tut, verliert man die Zulassung. Der dritte Gurt für den mittleren Sitz hängt direkt an der Decke und stört absolut nicht. So bleibt aber die Zulassung erhalten und ich transportiere nur „Ladung“.

MiniCamper - fertiger Ausbau mit Holzboxen

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